Was ist eigentlich …. CROSSDOGGING ?

Gastbeitrag Crossdogging

(Melanie Fydrich)

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Erzähl mir doch als erstes ganz kurz etwas über dich und deine Hunde. Wer seid ihr im Einzelnen?

Wir sind ein bunter Haufen der immer Lust darauf hat Neues auszuprobieren. Im Einzelnen gibt es unseren acht jährigen Husky-Aussi-Mix Snow, unsere sechs Jahre alte Border-Mali-Mix Hündin Baily, die fast einjährige Border-Dame Trouble, meinen Mann und mich, Melanie Fydrich. Neben dem Crossdogging betreibe ich in Duisburg die Hundeschule Heinrichsen.

Zusammen mache ich das Crossdogging mit Raphaela Niewerth, die mit Ihren drei Kindern, ihrem Mann, dem Stelzendackel Norbert und dem Kater Piet in Ahaus lebt und dort eine Hundeschule betreibt und für Hundetrainer Konzepte schreibt.

Crossdogging – was ist das genau?

Crossdogging ist eine Art Circletraining für Mensch und Hund. Es geht darum, fünf lustige und kniffelige Aufgaben in einer Trainingseinheit so oft wie möglich zu lösen. Um einen überregionalen Vergleich möglich zu machen, schicken wir allen teilnehmenden Hundeschulen in einer Kalenderwoche die gleichen fünf Aufgaben zu. Ebenso stellen wir einen Zeitplan und eine Materialliste auf, geben Trainingstipps und Themenschwerpunkte für den Monat vor. Die erreichten Punkte eines jeden Mensch-Hund-Teams werden von uns in einer Rankingliste unserer gleichnamigen Webseite geführt. Natürlich mit der Unterteilung Study (Anfänger), Bachelor (Fortgeschrittener) und Master (Profi). Dies ist aber kein Muss.

Die Aufgabenstellungen gehen quer durch alle Hundesportbereiche. Dabei geht es nicht um die exzessive Ausübung nur einer Sport- oder Beschäftigungsart, sondern um die vielfältige und facettenreiche Auslastung des Vierbeiners. Somit ist Crossdogging ein sehr kreatives Kursangebot für Menschen, die Freude daran haben, an ihrem Hund ungeahnte Talente zu entdecken und zu erproben. Ob Grundgehorsam, Agility, Frisbee, Longieren, Trickdog, mentales Training, Apportieren – hier findet sich alles wieder!

Glanz in die Augen seines Vierbeiners zu zaubern gehört wohl zu den wichtigsten Fertigkeiten eines guten Hundehalters. Durch immer wechselnde Aufgaben bleibt es für den Hund spannend. Die meisten Hunde lieben diese Abwechslung. Was viele Hundebesitzer außer Acht lassen, ist die Tatsache, dass sich bei allzu exzessiv durchgeführten Sportarten leicht der Stresspegel beim Hund erhöht. Dies kann auf Dauer zu Erkrankungen führen. Beim Crossdogging werden die Aufgaben bewusst ohne hohe Erregung durchgeführt. Das saubere und konzentrierte Erarbeiten verschiedener Übungen steht im Vordergrund. Perfekt beherrschen kann man nie alle Aufgaben. Uns geht es nicht um sturen Kadavergehorsam, sondern um Spaß am Miteinander! In jeder Aufgabe werden die Grundlagen wie Sitz, Platz und Fuß gefestigt und mit einer Vielseitigkeit aus dem Bereich des Hundesports kombiniert.

Kann jedes Mensch-Hund-Team Crossdogging machen?

Beim Crossdogging geht es nicht um die exzessive Ausübung nur einer Sportart, sondern um die vielfältige und facettenreiche Auslastung des Hundes. Deshalb sollte der Halter kreativ denken können und eigene Lösungsansätze finden – ist er dazu bereit, ist Crossdogging genau das Richtige. Teilweise sind die Aufgaben ganz schön „tricky“, wenn z.B. der Hund auf einer Matte solange warten muss, bis der Mensch mit Hilfe von chinesischen Essstäbchen ein Stück Wurst in den drei Meter entfernt stehenden Napf gelegt hat. Erst jetzt darf der Hund loslaufen und es fressen. Die meisten Hunde lieben die Abwechslung, die diese Sportart mit sich bringt. Geeignet für alle Rassen und Größen.

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Wo findet man weitere Informationen zu dem Thema?

Um mehr Informationen über das Crossdogging zu bekommen, könnt ihr gerne alle auf http://www.crossdogging.de/ gehen. Die Homepage haben wir so aufgebaut, dass sowohl die Trainer dort Informationen erhalten als auch die Hundehalter.

Ansonsten besteht auch die Möglichkeit sich das Buch „Crossdogging – Hundesport querbeet“ aus dem Kynos Verlag zu besorgen.

Auf unserer Homepage gibt es auch die Möglichkeit eine Hundeschule in der Nähe zu finden, die Crossdogging anbieten.

Ist die passende Hundeschule aber schon längst gefunden, heißt es nicht verzweifeln sondern einfach den Trainer auf unser Konzept aufmerksam machen.

Was sollte der Hund an Basis-Training mitbringen?

Die Anfänger absolvieren die Aufgaben für Studys. Hierbei darf der Hund in der Regel vom Menschen begleitet werden und muss nicht auf Entfernung arbeiten.

Jeder, der in der Lage ist, seinen Hund mit einem Leckerchen zu locken, ihn ins Sitz und Platz zu bringen und den Hund durch einen Tunnel schicken kann, wird diese Aufgaben meistern.

So ist es möglich nach dem klassischen Basistraining der Hundeschule direkt ins Crossdogging einzusteigen. Die Teilnehmer können ganz einfach in verschiedene Hundesportarten hineinschnuppern, ohne sich direkt festlegen zu müssen. Durch die Vielseitigkeit der Aufgaben wird bereits Erlerntes etabliert und es werden Ideen für neue Übungen im Alltag gegeben.

Können auch Welpen schon beim Crossdogging mitmachen?

Natürlich kann man mit seinem Welpen schon Crossdogging machen. Wichtig ist nur immer das eine Beschäftigung natürlich nicht das Training des Grundgehorsams ersetzt. Da die Aufgaben an die Größe und das Können (durch die Ligeneinteilung) angepasst werden, kann auch der Welpenbesitzer dem Kleinen schon zeigen wie Teamwork funktioniert.

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Was ist für dich ein positiver Effekt, der durch Crossdogging erreicht werden kann?

Ein perfektes Verhältnis von Anspannung und Entspannung wird während der Stunde geschaffen. Zwei Minuten konzentrierte Arbeit mit seinem Menschen wechseln mit zwei Minuten Pause und Zuschauen ab. Langweilige Wartezeiten für den Hundehalter entfallen, da er mit dem Punktezählen seines Mitstreiters beschäftigt ist. Die Hunde aber nehmen die Pausen dankbar an und lernen, auch einmal „abzuschalten“ und zur Ruhe zu finden. Das stärkt auch die Bindung!

Man lernt seinen Hund neu kennen und kann ihn dadurch besser einschätzen. Der Fokus richtet sich beim Crossdogging nämlich nicht auf die Perfektion. Vielmehr geht es um Aufgaben, die kreatives Denken sowohl vom Menschen als auch vom Hund fordern.

Haben Sie schon mal versucht, ihren Hund sitzen zu lassen, während sie mit Chinastäbchen ein Heißwürstchen transportieren? Gelingt es Ihnen, Ihren Hund nicht nur über ein Hindernis sondern auch drunterher zu lotsen? Können Sie sich darauf konzentrieren, Ihren Hund durch Ihre Beine laufen zu lassen, während Sie ein Kinderlied trällern? Dies und noch viel mehr ist Crossdogging.

Die Schwierigkeit besteht darin, Dinge, von denen jeder meint dass er sie kann in einen vollkommen anderen Kontext zu bringen. In jeder Woche werden den Teams neue Aufgaben gestellt, die man mal besser mal schlechter bewältigen kann.

Des Öfteren können wir Mensch-Hund-Teams beobachten, die zu Beginn die Aufgabe einfach nur zu schaffen versuchen. Das Handling vom Menschen ist noch schwierig, der Hund noch unsicher in seiner Ausführung. Nach der dritten Wiederholung jedoch scheinen sowohl Mensch als auch der Hund den Ablauf verstanden zu haben und sind aktiv und mit Feuereifer dabei. Dies ist immer ein ganz besonderer Augenblick für alle Beteiligten. Der Moment, in dem es bei dem Hund ganz offensichtlich „klick“ gemacht hat und er die Aufgabe fast auswendig bewältigt. Aber eben nur an dieser einen Station. An der nächsten Station wartet wieder eine vollkommen neue Herausforderung auf das Team.

Crossdogging kann ungeahnte Talente ans Licht bringen. Schubladendenken wie: „das ist ein Border Collie, mit dem muss man Treibball machen“ oder auch „ein Labrador kann nur apportieren“ wollen wir damit ausmerzen. Jeder Hund darf alles können, das eine besser als das andere, aber zumindest darf er alles probieren. Der Allrounder unter den Hunden wird gesucht und das kann auch ein Mops sein! Warum nicht?

Viel wichtiger als spezielle Fähigkeiten ist die Kommunikationsbereitschaft vom Hund.

Crossdogging für Hunde mit Handicap – geht das?

Die Aufgabenstellung und die Höhe der Hürden wird jedem Team angepasst. So ist es auch möglich, ältere Hunde daran teilhaben zu lassen. Auch der Hundeführer kann unbesorgt sein. Wir haben stets im Hinterkopf, dass auch körperlich eingeschränkte Menschen noch Spaß mit ihrem Vierbeiner möchten, ohne gleich an ihre Grenzen zu stoßen. Sicherlich wird es mal Aufgaben geben, die sich für den einen oder anderen als schwierig erweisen. So ist es nicht ratsam, einen Hund mit HD so oft wie möglich unter einer Hürde durch kriechen zu lassen. Bei einer Aufgabe, in der es darum geht, so viele Flaschen wie möglich umzustoßen, sind diese dann aber den kleinen Hunden oft überlegen und können die „versäumten“ Punkte schnell wieder wett machen.

Bist du mit deinen Hunden auch noch in anderen Sportarten aktiv?

Ich selber spiele mit meiner Hunden begeistert Hundefrisbee und arbeite mit Ihnen im Rally Obedience. Raphaela und ich besuchen aber ständig Seminare und Workshops um uns in allen Sportarten umzuschauen um neue Ideen für´s Crossdogging zu bekommen. Denn wichtig ist, wir haben das Rad nicht neu erfunden, sondern vereinen im Crossdogging das, was allen Spaß macht!

Und unsere Vierbeiner sind da natürlich immer wieder gefragt mit uns das Richtige zu finden!

Was ist ein NOGO im Crossdogging?

Ein NOGO fest zu machen ist immer schwer. Es gibt so viele NOGO´s im Hundewesen – wichtig ist uns das die Hundehalter lernen die Zeit mit Ihren Hunden intensiv und mit Spaß zu genießen.

Nicht exzessiv sondern vielseitig und spontan lautet die Devise bei uns!

Homepage: Crossdogging.de

Email: info@crossdogging.de

Facebook Seite

Weitere Angaben:

Buch: Crossdogging – Hundesport querbeet aus dem Kynos Verlag

DANKE SCHÖN Melanie für den Einblick in diese wundervolle Art der kunterbunten Beschäftigung.
Als Sahnehäubchen hat uns Melanie ein paar Beispielaufgaben zur Verfügung gestellt, die ihr hier einsehen könnt

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Viel Spaß beim ausprobieren der kleinen Übungen und wenn ihr dann auf den Geschmack gekommen seid, schaut einfach mal bei Melanie oder einer der teilnehmenden Hundeschulen in eurer Umgebung vorbei.

 

 

 

 

 

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