Gastbeitrag – Lisa Keller – Tierisch Vital – Physiotherapie

DSC_8131.JPGErzähl mir doch als erstes ganz kurz etwas über dich und deine Hunde. Wer seid ihr im einzelnen?

Ich bin Lisa Keller, 30 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder und einen Hund. Ich bin Tierarzthelferin und Tierphysiotherapeutin und seit Anfang 2009 bin ich nun selbstständig mit einer Tierphysiotherapiepraxis in der wir vor allem Hunde aber auch Katzen und andere Kleintiere ( z.B. Kaninchen ) behandeln. Unsere Hündin Amy ist eine Australien Shepherd Hündin und wird in diesem Jahr 9 Jahre.

Wie bist du dazu gekommen in diesem Bereich zu arbeiten?

In der Schule wollte ich gerne etwas mit Tieren machen. Ein Tiermedizinstudium kam aber nicht in Frage, da ich zu diesem Zeitpunkt nicht weit weg ziehen wollte. Also habe ich zunächst eine Ausbildung in einer Tierklinik zur Tierarzthelferin gemacht. Ich war dann relativ schnell viel im OP und habe die Tiere auch nach den Operationen betreut. In vielen Fällen wäre dann auch Physiotherapie direkt im Anschluss sinnvoll gewesen aber es war niemand in diese Richtung ausgebildet. Deshalb haben einige der Tierärzte sich dann die Mühe gemacht mit mir zusammen eine geeignete Schule zu finden.

Was ist das Schöne an deinem Beruf?

Ich finde es super, dass ich als Physiotherapeutin Hunden helfen kann die schulmedizinisch austherapiert sind. Wir konnten schon so vielen Tieren wieder auf die Beine helfen die sonst keine Chance gehabt hätten. Außerdem kann ich sehr selbständig und eigenverantwortlich arbeiten. Man hat dabei für jedes Tier relativ viel Zeit und kann ganz individuell auf die Bedürfnisse von Hund und Besitzer eingehen.

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Und was sind die Schattenseiten?

Leider gibt es hin und wieder Fälle bei denen sich nicht das gewünschte Ergebnis einstellt oder auch Hunde die aufgrund ihres Alters euthanasiert werden müssen. Dadurch, dass wir die Tiere häufig über einen längeren Zeitraum begleiten, relativ viel Zeit miteinander verbringen und auch eine Beziehung aufbauen fällt es oft schwer das zu akzeptieren und dann auch damit umzugehen. Das muss man erst lernen.

Mit welchem Leiden kommen die meisten Hunde in deine Praxis?

Viele Hunde kommen mit degenerativen Gelenkerkrankungen zu uns wie z.B. Hüftgelenksdysplasie, Arthrose etc. aber auch akute Verletzungen wie z.B. Kreuzbandrisse kommen häufig vor.

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Was glaubst du woran das liegt?

Das ist schwer zu sagen, die Entstehung vieler degenerativer Erkrankungen ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Die Genetik ist sicherlich ein Teil davon, Fütterung spielt eine Rolle aber auch, dass die Hunde einfach eine höhere Lebenserwartung haben durch eine bessere medizinische Versorgung. Viele Hunde sind übergewichtig was sich auf die Gelenke nicht unbedingt positiv auswirkt. Zu viel oder zu wenig Bewegung bzw. Belastung kann eine Rolle spielen. Und leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass in der Zucht scheinbar nicht immer die Gesundheit Priorität hat. Bandscheibenprobleme beim Dackel sind z.B. kein Grund für einen Zuchtausschluss, neuere Röntgenverfahren z.B. zur Beurteilung der Hüfte wie z.B. PennHip sind nicht zuchtrelevant.

Findest du es gut, wenn Hundebesitzer präventiv mit ihren Hunden zur Physiotherapie gehen, also auch schon mit einem jungen Hund, der nicht sportlich geführt wird?

Wichtiger als mit einem jungen Hund präventiv zur Physiotherapie zu gehen finde ich, dass die Besitzer selber ein gewisses Gespür dafür entwickeln ob mit dem eigenen Hund alles in Ordnung ist. Leider können viele Hundebesitzer die Anzeichen für ein evtl. beginnendes Problem nicht richtig deuten und unternehmen dann erst viel zu spät etwas. Wenn die Menschen ihre Hunde genau beobachten und sich mit deren Verhalten auseinandersetzen dann merken sie viel eher wenn etwas nicht stimmt und können dann gezielt etwas unternehmen. Wenn man sich unsicher ist kann natürlich ein Besuch beim Physiotherapeuten sinnvoll sein. Bei Hunden die sehr aktiv sind und/oder sportlich geführt werden finde ich dagegen regelmäßige Kontrollen schon wichtig.

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Mögen alle Hunde die Behandlung von Anfang an?

Nein, viele Hunde sind anfangs skeptisch. Die erste Situation erinnert ein bisschen an eine Tierarztpraxis und ist den Hunden erstmal unheimlich. Wenn wir aber dann mit der eigentlichen Behandlung anfangen entspannen die meisten Hunde recht schnell. Nach 2-3 Besuchen ist dann in der Regel spätestens das Eis gebrochen.

Wurdest du schon gebissen während der Behandlung?

Richtig gebissen zum Glück noch nie. Nur einmal leicht in den Arm gezwickt als Verwarnung von einem Hund der zum dem Zeitpunkt sehr schmerzhaft war. Ich glaube dass da aber die Erfahrung als Tierarzthelferin eine große Rolle spielt. Man lernt schon ziemlich genau die Hunde auch in Stresssituationen einzuschätzen.

Hast du den Eindruck deine Patienten sind „dankbar“

Ich weiß nicht, ob dankbar das richtige Wort ist, aber die Hunde merken häufig auch schon während der Behandlung, dass das was wir machen gut tut, während die Wirkung der Spritze beim Tierarzt zum Beispiel erst später eintritt. Ich glaube die Hunde können das verknüpfen und fühlen einfach eine Verbesserung. Das erleichtert uns natürlich die Arbeit sehr weil die Hunde uns dann meistens wirklich gerne mögen und gerne hier her kommen.

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Würdest du diesen Beruf wieder wählen?

Ja der Beruf ist toll. Ob ich allerdings nochmal den Mut hätte eine Praxis in dieser Größe aufzubauen weiß ich ehrlich gesagt nicht. Man investiert schon sehr viel Zeit, Geld und Energie für etwas was eigentlich als Beruf gar nicht existiert und dementsprechend auch nicht staatlich geregelt ist.

Homepage

Email: info@tierisch-vital.de

Tierisch-Vital auf Facebook

Bei Lisa gibt es verschiedene Therapieangebote. Einfach Kontakt zu ihr aufnehmen und absprechen, was für Euren Hund und sein spezielles Problem die passende Therapie ist.

WIR gehen regelmäßig zusammen mit den Alfsee-Zwergen im Doggy Pool schwimmen .. eine ganz besondere Zusatzleistung 🙂

Zwergen-Schwimmen
(mehr Videos findet ihr in unserem Kanal YT Kanal von PapullonHoney

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Katrin Matzerath
Matzerath Fotografie

 

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Ein Gedanke zu “Gastbeitrag – Lisa Keller – Tierisch Vital – Physiotherapie

  1. Ein Hundeleben mit Epilepsie schreibt:

    Auch wir sind froh über unsere Physiotherapeutin. Meine Jenna freut sich dann schon immer wie eine Honigkuchenpferd da sie weiß es dreht sich nur um sie inklusive Schmerzlinderung.

    Gefällt 1 Person

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